Wir haben Menschen, die trotz 100%-Job an der Existenzgrenze leben müssen. Wir haben Menschen, die an unheilbaren Krankheiten leiden. Wir haben Kinder, die von Ihren Eltern aufs Gröbste vernachlässigt werden. Wir haben junge Menschen, die trotz guter schulischer Leistung keine Lehrstelle finden. Wir haben …
Aber wir erachten es anscheinend als wichtig(er?), "endlos und überall" über einen Bär namens JJ3 zu berichten, über sein Schicksal zu debatieren und ihm im Netz ein Kondolenzbuch einzurichten!
Haben wir denn den Blick fürs Wesentliche endgültig verloren? *heftigkopfschüttel*
Vermutlich bewegt dies die Massen eher, weil er ein seltenes Exemplar in freier Natur ist.
Ein kluger Mensch hat mal gesagt, dass man den Grad einer Zivilisation daran erkennen kann, wie das Volk mit seinen Tieren umgeht.
Ich finde nicht, dass man das eine vom anderen trennen sollte. Es ist wichtig, sich um die Belange der Menschen zu kümmern, genauso wichtig ist es aber, die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, denn letztendlich haben alle eine Daseinsberechtigung und tragen zum Gleichgewicht der Erde bei.
@ Isabell
Ich sehe das genauso! Das sage ich als einer, der sein Leben lang mit Tieren aufgewachsen ist und schon als kleiner Knirps gelernt hat, verantwortungsvoll mit seinem Tier/mit den Tieren umzugehen.
Aber im Fall von JJ3 (besser: im Mediendrama um den Fall von JJ3) ist meiner Meinung nach die Vernunft (oder das Mass) auf der Strecke geblieben. Ich würde mir manchmal ein derartiges Engagement, eine derartige Medienpräsenz im Fall von menschlichen Schicksalen wünschen!
Ein unverzeihlicher Fehler! Einen verhaltensgestörten, exklusiv Müll fressenden Bären abzuschiessen!
JJ3 hätte eingefangen und nach Neapel geschenkt werden sollen. Bella Italia – da kommt er ja her!
Die dortige Bevölkerung wäre den Bündnern ewig dankbar gewesen!
Eine Verhaltensstörung ist in einem anderen Kontext eben plötzlich ein Segen.
Und hätte er dort versehentlich mal einen Kindergärtner gefressen, hätten ihm die Schweizer Tierschützer bestimmt einen Tierpsychologen geschickt.
Der Kindergärtner? Ach der hat ja beim Müll nichts zu suchen. Nicht wahr? Soll zu Hause bleiben.
Wir müssen alle Bärenfreundlicher werden.
"Bären nach Neapel" – eine erfolgversprechendes Business-Modell